Tagebuch einer Quereinsteigerin im Kinderhaus
„Wie schwer kann das schon sein?“, dachte sich Anastasiia Dubchak, als sie ihre pädagogische Qualifizierung für die Arbeit in Kindertagesstätten begann. „Es geht doch schließlich nur um den Kindergarten!“ In ihrer ukrainischen Heimat hatte sie immerhin als Journalistin gearbeitet und Kinderbücher geschrieben. Im Mai dieses Jahres startete sie ihre praktische Ausbildung in der Krippe des Kinderhauses St. Josef, dessen Türen seit vielen Jahren für Quereinsteiger offenstehen. Denn dort werden auch die Lebens- und Berufserfahrungen von jenen geschätzt, die nicht den „klassischen“ Ausbildungsweg gegangen sind – und auf ihre Art den pädagogischen Alltag und das Teamgefüge bereichern.
All das bewahrte Anastasiia Dubchak allerdings nicht davor, schon in den ersten Tagen im Kinderhaus merken zu müssen, wie ihr Weltbild gründlich auf den Kopf gestellt wurde, wenn es um ihr neues Berufsfeld ging. In einem wunderbaren, mit Illustrationen versehenen „Tagebuch“ hat sie niedergeschrieben, wie sie ihre Vorstellungen von der Beschäftigung mit Kindern rasant revidieren musste. Die persönlichen Aufzeichnungen sind Rückschau, Reflexion und Lernkompass, die in bemerkenswerter Offenheit und Ehrlichkeit zeigen, wie radikal neu und anders die Ukrainerin ihr pädagogisches Arbeitsfeld denken musste, welch reichhaltiges und oft überraschendes Anforderungsprofil die erzieherische Tätigkeit mit sich bringt und was es im Umgang mit Kindern für einen Erwachsenen alles zu lernen und zu entdecken gibt.
